Migration und Integration

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Hier leben derzeit rund 14 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Sie besitzen entweder eine ausländische Staatsangehörigkeit, stammen aus dem Ausland oder haben Eltern oder Großeltern, die eingewandert sind. Nach den USA ist Deutschland das zweitgrößte Einwanderungsland der Welt. Migration wird in Zukunft eher zu- als abnehmen. Es ist daher dringend nötig, sich auf die Realität einer Einwanderungsgesellschaft einzustellen. Integrationspolitik ist keine Nischenaufgabe mehr, sondern eine europaweite Herausforderung, die in die Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Kulturpolitik hineinreicht - kurzum alle gesellschaftlichen Felder betrifft – und damit eine Querschnittaufgabe ist.
Es ist seit jeher ein wichtiges Anliegen der Caritas, Migrantinnen und Migranten bei der Erstorientierung und beim Prozess der Integration zu unterstützen.

„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.“ (Lev 19,33 f)

Das biblische Wort bedeutet nicht nur, zugewanderte Menschen zu unterstützen, sondern auch, die einheimische Bevölkerung für die Situation von Menschen anderer Länder und Kulturen, die bei uns Schutz und vielleicht eine neue Heimat suchen, zu sensibilisieren. Nur durch diesen wechselseitigen Prozess kann Integration gelingen.
Integration ist ein Prozess, der nicht erzwungen werden kann. Aber er kann durch Anreize und Angebote gefördert werden. Zuwanderer, Menschen mit Migrationshintergrund, Ausländer, Flüchtlinge, Aussiedler, Migranten, Asylbewerber, Gastarbeiter oder einfach Frauen, Männer und Kinder anderer Kulturen – egal welche Namen wir uns einfallen lassen – die Integration all dieser Menschen ist auch eine Chance zur Gestaltung einer Gesellschaft, in der Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln und Erfahrungen miteinander leben und sich mit Interesse, Achtung und Respekt begegnen. Eine Kultur des Vertrauens ist nötig. Dafür arbeitet die Caritas.